Ich habe immer ein veraltetes Handy

Geschrieben am 29. Oktober 2010
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Der Entwicklungsrhythmus bei den Smartphones beginnt mich zu stören.

Zum Glück habe ich an meinen Haaren etwas grauen Reif und bei meinem Geist genügend Reife angesetzt. Ich müsste sonst zwar nicht gerade verzweifeln, aber doch einen mittelschweren Frust entwickelt haben. Ich besitze seit etwa einem Jahr als Smartphone ein iPhone 3G mit 16 GB Speicherkapazität. Es funktioniert bestens und erleichtert meine Kommunikation und meine Infobedürfnisse enorm. Insbesondere praktisch finde ich das mobile E-Mailen und die vielfältigen Möglichkeiten zur Informationsabfrage, teils via Apps. So weit, so gut. Aber dieses Gerät ist natürlich schon wieder uralt, seit das iPhone 4 auf dem Markt ist. Dieses brachte in der Tat einige Verbesserungen (nebst dem neuen Antennenproblem, das es „zum Glück“ angeblich auch hat).

Generell ist das Verbreitungstempo von Smartphones in der Schweiz ja geradezu unglaublich, obschon diese multifunktionalen Geräte nicht billig sind. Aber es ist verrückt: jeder neue Typ geht in den Läden weg „wie warme Weggli“! Ich schätze, dass wohl jede Woche irgend ein neues Superhandy auf den Markt kommt, von Apple, Samsung, Nokia, SonyEricsson, HTC, LG, BlackBerry oder sonst einer Marke. Jedes scheint noch besser zu sein als das andere: noch leistungsfähiger und schneller, mit noch mehr Pixel oder GigaByte, noch dünner und schöner, und, und, und. Kunststück, dass viele Junge, weil sie in ihrer Peer Group immer das Neuste vorweisen müssen, ihre Smartphones fast häufiger wechseln als ihre Unterhosen! Die scheinen viel Geld zur Verfügung zu haben. Es gibt kaum ein Land in Europa, wo die faktische Lebensdauer solcher Geräte noch kürzer ist als in der Schweiz. Hier wechselt – im Durchschnitt! – jeder Handy-Besitzer sein Natel gut alle eineinhalb Jahre. Was, Sie nicht?! Ich auch nicht. Da muss die Ware bei anderen also noch schneller drehen!

Den profitierenden Marktteilnehmern soll’s recht sein. Und die Entwicklung bringt in der Tat ab und zu echte Fortschritte zum Wohl des Nutzers. Aber mir ist es eigentlich nicht mehr ganz wohl mit diesem Novitätenrhythmus, oder gar –zirkus. Kaum hat man ein neues Gerät gekauft, schielt man schon wieder auf eine Neuerscheinung. Schätzen wir den Wert unserer beschafften technischen Wunderwerke schon nach einigen Monaten gar nicht mehr gebührend? Ist das noch gesund? Manchmal denke ich, mit der Hand an der eigenen Nase, dass auch hier weniger vielleicht mehr wäre…

Beste Grüsse
Franz Haller

  1. Kommentiert von Peter Voegtli am 29. Oktober 2010, 18:41

    Ich habe das gleiche Problem mit Nokia. Kaum hat man es (und ist bestens zufrieden damit) bringen die ein Neues heraus. Ich kann doch nicht alle Monate ein Neues kaufen. Habe eh schon Probleme meiner Frau zu erklären wenn ich ein neues Handy möchte und sie meint dass ich ja schon vor kaum einem Jahr eins gekauft habe. Ja, so rassig geht die Entwicklung, Wenn ich daran denke dass mein erstes “Handy” noch ein Attachée-Koffer war :-)

  2. Kommentiert von Hüppi Marcel A.O. am 29. Oktober 2010, 20:32

    Ich habe immer noch den Eindruck, dass ich nach der Einführung von Swisscom-Casa-Trio meine Speed-Geschwindigkeit am dem Laptop beim Aufschalten langsamer ist als früher. Ich würde gerne mit einem Fachmann der Swisscom reden, um alle digitalen Probleme besprechen könnte. TV-Laptop-Festnetz-Telefon, Mobil-Telefon. Mit Gruss M.A.O. Hüppi

  3. Kommentiert von Franz Haller am 1. November 2010, 11:01

    Lieber Herr Hüppi
    Am einfachsten scheint mir, dass Sie Ihr Problem dem Service-Team von Swisscom kurz telefonisch schildern: Gratisnummer 0800 803 175. Sie kriegen sicher mal eine Beratung, vielleicht ist sogar eine Lösung am Telefon möglich. Oder dann kann ein Besuch eines Technikers bei Ihnen vereinbart werden. Sie auch die entsprechende Webseite von Swisscom zum HomeServiceTeam.
    Beste Grüsse, Franz Haller

  4. Kommentiert von Corinna Hofer am 6. November 2010, 10:52

    Ja, auch ich habe grosse Mühe, mit der rasanten Entwicklung u.a. bei den Handys . Deshalb habe ich mich vor einem Jahr bewusst aus diesem Wettlauf
    ausgeklickt, indem ich mich ganz ehrlich fragte, “was erwartest du selbst von deinem Handy, wo liegen deine eigenen Bedürfnisse?”- Für mich ist und war damals neben der Kommunikations-Möglichkeit das Vorhandensein einer möglichst optimalen Kamera zu sein. Ich möchte nämlich Schnappschüsse machen können, auch wenn ich meine (bereits wieder uralte) Kamera nicht dabeihabe. Schnappschüsse, die ich dann am Computer weiter verarbeiten und dann eventuell für meine Siebdruckarbeiten verwenden kann. Also kam vor einem Jahr das iPhone nicht in Frage… Und nun bin ich froh, eine Exotin zu sein, die ohne iPhone gut zurechtkommt. So werden mir auch nicht kostenpflichtige Bedürfnisse suggeriert, die ich im Moment für mich nicht als lebensnotwendig erachte. Mein Problem mit der Schnelllebigkeit habe ich dann aber bei den immer neueren Versionen der Photobearbeitungs-Software. Kaum habe ich ein Programm einigermassen kapiert, schon kann, muss, soll ich die Folgeversion erstehen. Es braucht schon etwas Disziplin, um hie und da zuwiderstehen, sonst wird man ja wirklich verrückt bei der Sache.
    Wie wirkt sich diese extreme Schnelllebigkeit auf das Leben der jungen Generation aus? Wo bleiben da die Werte? Future will show. Ich hoffe nur, dass sie in ihrem Leben die Partner nicht so schnell wechseln wie das Handy. Beziehungen werden ja oft via sms aufgelöst. Es könnte ja sein, dass die Haare statt blond doch lieber braun sein sollen, oder vielleicht hat der oder die Betreffende noch ein neueres Merz-Cabrio, oder hätte man doch einfach nun lieber das neuere, sprich jüngere Modell?…Wie gesagt, future will show und ich verliere trotz allem den Optimismus nicht, denn die Kugel bleibt ja rund, wie und auf welche Art auch immer!

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