Die Wissensquelle Wikipedia sprudelt

Geschrieben am 13. August 2010
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Fitness für Körper und Geist – nicht nur ein Modewort, sondern ein Muss für möglichst viel Lebensfreude.

Wikipedia-Logo (Screenshot)

Ab und zu schreibe ich für die Zeitschrift terzMagazin der terzStiftung einen kurzen Expertentipp zu Themen über die digitale Kommunikation. Die August-Ausgabe widmet sich schwerpunktmässig dem Thema „Gute Lebensqualität schaffen und erhalten“. Ich habe mir meinerseits zur positiven Wirkung geistiger Aktivität ein paar Gedanken gemacht.

Sie musstens vielleicht auch schon mal erfahren: Nach einer Operation und Ruhigstellung in der Erholungsphase kommt es oft – und erstaunlich rasch – zu einem gewissen Muskelschwund. Inaktive Muskeln langweilen sich nämlich, lassen sich gehen und beginnen zu verkümmern. Sehr ähnlich gehts mit einem wenig beschäftigten Hirn. Es wird träge und dumpf. Wirkung: das Denken wird langsamer, man begreift nicht mehr so gut und wird vergesslich. Gleichzeitig kommt man in der heutigen schnellen, facettenreichen Welt nicht mehr richtig mit. Das Risiko besteht, dass man sich langweilt, für andere uninteressant wird und den Anschluss verliert. Das muss nicht sein!Gehirnjogging

So wie man in jedem Alter für seinen Körper etwas tut (oder tun sollte), so ist es höchst ratsam, dasselbe seinem obersten Körperteil angedeihen zu lassen. Auch ich muss allerdings in beiden Fällen ab und zu dem gar anhänglichen Begleiter „Bequemlichkeit“ einen Korb erteilen. Das Angebot fürs lustvolle Gehirnjogging ist natürlich enorm vielseitig: Vom Lesen, Sprachen Lernen, über Rätsel oder Sudoku Lösen, Schach Spielen bis hin zu Volkshochschulkursen. Die Möglichkeiten sind ungezählt, und viele davon kosten nicht mal etwas – ausser ein bisschen Zeit. Ich beispielsweise besuche die mich interessierenden Vorträge an einer Seniorenuni für jedermann. Das ist höchst anregend!

Wissen aus dem Internet

Völlig gratis, schon fast gefährlich bequem, aber ausserordentlich ergiebig ist die Wissensvermehrung via Internet. Dass das Internet nützliches Gehirnjogging auch für Ältere bedeuten kann, haben amerikanische Neurologen in einer Studie zeigen können: „Surfen im Internet könnte im Alter geistig fit halten. Nur eine Stunde tägliche Suche im World Wide Web steigert bereits nach zwei Wochen die Funktionen in bestimmten Hirnbereichen wie etwa dem Arbeitsgedächtnis.“ Auch da im Internet sind natürlich die Quellen irrwitzig zahlreich. Man muss nur wissen wo! Und genau das ist häufig die Krux. Aber da gibt es zum Glück ja die sog. Suchmaschinen, vorab Google, Yahoo oder Bing, aber auch viele andere. Da kann man sehr leicht seine eigenen Erfahrungen machen; auch diejenige, dass man sich darin auch ungewollt leicht verlieren kann!

Ich möchte hier mal für eine besondere Art von Wissensquelle eine Lanze brechen: Wikipedia! Diese offene Allerwelts-Online-Enzyklopädie über fast alles und jedes. Ich habe noch nie einen einigermassen gängigen Begriff oder Namen eingegeben, worüber Wikipedia nicht etwas zu berichten wusste.

Wikipedia

In der SonntagsZeitung vom 4.7.2010 war ein interessantes Interview mit dem Gründer Jimmy Wales zu lesen. Dazu die Zeitung: „Jimmy Wales, 43, hat zusammen mit Larry Sanger im Januar 2001 die offene, von ihren Nutzern verfasste Web-Enzyklopädie Wikipedia im Netz gestartet. Seither hat Wikipedia alle anderen Nachschlagewerke weit hinter sich gelassen: Nach Nutzerzahlen ist sie die fünft- bis viertgrösste Site im Web. Es gibt sie in über 175 Sprachen.“

Ich gebe es zu: Ich bin ein faszinierter Fan von Wikipedia! Die Artikel sind meines Erachtens  von hoher Qualität, vielleicht manchmal etwas gar nüchtern und trocken geschrieben, aber gut gegliedert. Die Darstellung mit vorwiegend Text und wenig Illustration ist absichtlich gewählt, damit die Nutzer auch leicht eigene Beiträge verfassen können. Und das wichtigste Merkmal: Im Text sind immer wieder wichtige Begriffe oder Namen auf eine weitere Wikipedia-Seite verlinkt, wo man weitere Infos und Erklärungen finden kann. Wenn man will! So kann man sich während dem Lesen des ursprünglich gewählten Haupttextes immer tiefer in die Materie hineinhangeln. Ich laufe allerdings manchmal die Gefahr, dass ich mich in der „Tiefe“ etwas verirre. Ich habe aber gelernt, mit etwas Disziplin immer wieder in den Haupttext zurückzufinden. Auch hier gilt für Einsteiger: Übung macht den Meister!

Hier ein paar Stichwörter, die Lust machen könnten, ins Wikipedia einzusteigen: Alexander der Grosse, Morgartenschlacht, Einstein, Relativitätstheorie, Seerosen, Fussballregeln, Rom, Julia Roberts, Barack Obama, Beethoven, Apple, Eiger, Sahara, Hunderasse, Tinguely, Facebook, Pinot Noir, Neuronen und und und…

Ich darf und muss es nicht verhehlen: es gibt natürlich auch kritische Stimmen zu Wikipedia. Heute will ich aber nicht meckern. Denn Wikipedia hin oder her gilt für mich ganz allgemein: Mehr Wissen hält einen aktuell, gibt mehr Selbstsicherheit, macht einen für andere interessanter und erzeugt schliesslich mehr Lebensfreude. Machen Sie mit?!

Herzlichst
Franz Haller

  1. Kommentiert von bonnie am 3. November 2010, 16:09

    grübel und studier….plötzlich sternchen über dem haupt (manchmal auch ne glühbirne) und schon segle ich zu “wiki”…die starken männer können zu hause bleiben;-)

  2. Kommentiert von bonnie am 19. November 2010, 14:50

    vielleicht kommt dieser beitrag etwas naiv daher und IHR lächelt darüber.—–meine alte videocassette mit dem kultfilm “Ben Hur” ist unbrauchbar geworden (band gerissen). ein nachbar hat mir diesen film gebrannt. nun wollte ich ihn in windows media player anschauen, doch der player weigerte sich:-( ohne vistaCodecs_v584….läuft nichts. sofort bin ich in GOOGLE, auf anhieb bekam ich die gewünschte lösung und da “mcAfee” grünes licht gab, hab ich die datei herunter geladen. Nun konnte ich meinen geliebten Ben Hur geniessen:-) Bonnie

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