Nachdem ich in meinem Blog am 12. Mai 2010 über begeisterte Erfahrungen von Freunden mit ihrem Netbook berichtete, konnte ich kürzlich selber ein Netbook mal für einige Stunden ausprobieren. Es war ein HP Mini 210. In der Zwischenzeit konnte ich auch schon mal mit dem brandneuen iPad von Apple ganz kurz Bekanntschaft machen. Und damit hatte ich meine Unschuld verloren: Ich kann jetzt nicht mehr ein Netbook beurteilen, ohne es automatisch mit dem iPad oder (wegen teilweise gleicher Funktionalitäten) mit einem Smartphone wie beispielsweise dem iPhone zu vergleichen. Und dann siehts leider für das Netbook nicht mehr ganz so toll aus. Warum?
Das Netbook HP Mini 210
Ein Netbook ist im Prinzip ein Notebook, aber billiger, kleiner, leichter und damit handlicher. Man kann damit, unabhängig von einer Stromquelle, eigentlich alles machen, was man mit dem Notebook (oder Laptop, das sind Synonyme) praktizieren kann: Im Internet surfen, e-mailen, Dokumente schreiben, Tabellen erstellen, Folien kreieren und via einen Beamer projizieren, Fotos bearbeiten und archivieren, Filme schauen, Musik hören, gamen, skypen, via einen Drucker drucken und noch einiges mehr.
Ein Vergleich mit einem Smartphone ist deshalb gerechtfertigt, weil das Smartphone (ausser dem Erstellen von Dokumenten z.B. mit Word, Excel und Powerpoint) die meisten Funktionalitäten ebenfalls ermöglicht, allerdings in teilweise eingeschränktem Mass. Dazu kann man mit ihm auch telefonieren, SMS und MMS versenden und, auf handliche Weise, Fotos schiessen und Videos kreieren. Wegen seiner unübertreffbaren Handlichkeit ist z.B. ein iPhone als ständiger Begleiter unterwegs jedem Netbook weit überlegen. Ein Netbook nimmt man dann mit, wenn es einem besondere Dienste leisten soll: zum Internet-Surfen, häufigen E-Mailen, zum externen Erstellen und Ausdrucken von Dokumenten mit Word, Excel oder Powerpoint und zu deren Projektion z.B. an ein Team, oder auch zum genussvollen Betrachten von Fotos. Das Netbook gehört also jeweils in die grosse Tasche, Mappe oder den Koffer. Das Netbook oder das Notebook sind die besten Helfer für geschäftliche oder institutionelle Zwecke (Vereine, Gruppen, Hobbys etc.). Nicht alle Netbooks verfügen über ein eingebautes Netzteil für den Mobilfunk. Das HP Mini allerdings schon, und das ist wirklich praktisch: Überall wo das Handy funktioniert, habe ich auch Verbindung ins Web mit diesem Netbook und einer NATEL-Data-SIM-Karte (auch Prepaid ist möglich). Mit anderen Netbooks ohne Mobilfunkteil benötige ich zum Surfen ein Datenkabel, eine WLAN- oder Hotspot-Verbindung.
Fazit: für computertypische speziellere Nutzungen unterwegs ist das Netbook dem Smartphone überlegen, als ständiger Begleiter ohne Handy ist es allerdings wenig geeignet, nur als Ergänzung, insbesondere für geschäftliche oder ähnliche Zwecke.
Vergleich mit dem iPad
In gewissen Einsatzbereichen ist neuerdings das iPad (und neu auftauchende andere Tablet-PCs) ein potenter Gegner des Netbooks. Für einige Experten hat das Netbook seinen Marktzenith schon überschritten. Denn es positioniert sich meiner Meinung nach heute irgendwie zwischen dem Notebook und dem iPad, und da gibts nicht mehr viel kommerziellen Platz. Für vor allem geschäftliche oder geschäftsähnliche Zwecke ist häufig der Laptop dank seinem Power und seiner Bildschirm- und Keyboard-Grösse das geeignetste Instrument (und ist häufig halt schon vorhanden). Das iPad ist vor allem zuhause für den spontanen Zugriff aufs Internet und fürs E-Mailen sehr bequem.
Für mich ist der Netbook-Bildschirm zum Surfen einfach zu klein, das Scrollen ist umständlich. Ich muss jeweils extra in den Vollbildmodus wechseln, wenn ich ein Foto oder Video vom Internet voll betrachten will. Mit dem (grösseren) Touchscreen des iPad geht das viel einfacher und zügiger. Auch fürs gemütliche Spielen auf der Couch (z.B. Solitaire, Schach oder Sudoku) oder das Lesen eines eBooks finde ich das iPad sehr geeignet. Mit dem Netbook ginge das allerdings auch, das Gerät ist aber mit seinen gut 1,2 kg deutlich schwerer als das iPad (gut 700 Gramm) und wird zum unangenehm heissen Ofen auf den Knien. Das (kühl bleibende) iPad hat gegenüber dem Laptop/Netbook eine ganze Reihe von Einschränkungen, die sich für gewisse Zwecke nachteilig auswirken. Wer sich für interessante Details interessiert, dem empfehle ich die Lektüre des Testberichts in der „Computerwelt“.
Fazit: Das iPad ist sehr praktisch primär für zuhause (weniger für unterwegs), und zwar zum Internet-Surfen, E-Mailen, Spielen und Lesen von eBooks. Seine Bedienung ist unschlagbar einfach und intuitiv, und es hat eine lange Akkulaufzeit. Für geschäftliche oder ähnliche Zwecke ist der Laptop wesentlich besser geeignet. Wenn dazu die Leistung und die Masse des Netbooks ausreichen, kann dies für unterwegs eine valable Alternative zum Laptop, aber nicht zum iPad sein.
Alles in allem wage ich folgende vergleichende Beurteilung als Zusammenfassung:
- Als digitaler ständiger Begleiter im Alltag für unterwegs ist das internetfähige Handy (Smartphone, iPhone) das nützlichste Instrument. Es ist durch nichts anderes ersetzbar.
- Der Laptop (als Notebook oder Netbook) ist für geschäftliche oder ähnliche Zwecke weiterhin unerlässlich. Ob dazu das kleinere, leichtere, billigere Netbook genügt, muss im individuellen Fall beurteilt werden.
- Das iPad kann das Notebook/Netbook nicht ersetzen, und schon gar nicht das iPhone. Es kann als Zusatzgerät primär zuhause für Internet, E-Mail und Spiele mit seiner hohen Usability nützliche und sympathische Dienste leisten.
Herzliche Grüsse
Franz Haller



Ich bin Franz Haller. Ich publiziere praxis-bezogene Beiträge über den nutzen-stiftenden Umgang mit digitalen Medien, ins-besondere zuhanden von darin noch nicht so geübten Lesenden.







Lieber Franz, deine Beurteilung teile ich nicht ganz…..(sorry)
Man sieht daran, dass die Bedürfnisse wahnsinnig verschieden sind: Ich brauche als ständigen Begleiter im Alltag kein internettaugliches Handy, weil ich erstens einen Laptop besitze und ich zweitens das Handy bloss als “Notkommunikator” nach aussen brauche. Deshalb gebe ich meine Handynummer auch nur selten bekannt. Wenn ich zuhause bin, funktioniert mein Festanschluss mit Combox, wenn ich in die Ferien geh, die Umleitung des Festanschlusses auf mein “ganz gewöhnliches” Handy mit Combox. Ich muss auch nicht jede Sekunde erreichbar sein…..
Dafür liebe ich mein Netbook über alles, wenn ich in die Ferien gehe, ob nah oder fern, nehme ich es in meine Handtasche (habe sowieso immer grosse Handtaschen) oder lege es ins Handgepäck. So habe ich (auf einem Stick zum Beispiel) auch alle aktuellen Dateien (privat und geschäftlich) bei mir und habe entweder mittels WLAN (heute fast in jedem Hotel) oder in der Schweiz mittels Mobilfunk-Stick (im Ausland viel zu teuer) jederzeit Internet-Anschluss. Mich dünkt, Frauen benutzen eher ein Netbook und Männer eher das IPhone (Beobachtung im Familien- und Freundeskreis). Ob es wirklich so ist, weiss ich nicht. Zudem ist für mich die Handhabung des Netbooks wesentlich leichter (weil identisch mit dem Laptop) als diejenige des Handys. Damit stehe ich ewig auf Kriegsfuss (was nicht am Handy liegt, sondern an mir, das ist klar). Mir stinkt es auch, auf diesen kleinen Tasten “z’töggele”.
Und drum noch einmal, alle müssen selber herausfinden, was ihnen am besten liegt und dient.
Sommerliche Grüsse
Marianne
Liebe Marianne
Du hast natürlich recht: die Geschmäcker sind auch bezüglich Technik sehr verschieden, und jede(r) soll nach ihrem/seinem Gusto glücklich werden. Es kommt insbesondere drauf an, welche Geräte man benutzen will oder kann, ein Vergleich fällt dann häufig unterschiedlich aus. Wichtig ist, dass du alles mit deinem geliebten Netbook (insbesondere unterwegs) machen kannst, was dir nützlich ist. Ich will es dir nicht schlecht machen. Im Gegenteil: viel Vergnügen damit!
Herzlichst, Franz
Ich habe den netbook typen test gemacht:
http://www.netbooks.de/netbook-typ.html
war ganz unterhaltsam, habe mir dann aber trotzdem das ipad gekauft ;)